ANDREAS RESCH

PARANORMOLOGIE

DIE WELT DES AUSSERGEWÖHNLICHEN


II. PARANORMOLOGIE UND GESCHICHTE

Wie bereits einleitend bemerkt, geht eine Erforschung der Menschheitsgeschichte ohne Beachtung der paranormologischen Aspekte an Grundvorstellungen und Verhaltensformen des Menschen vorbei. Das besagt andererseits aber auch, dass die Paranormologie ihrerseits eine entsprechende Grundlage der Geschichtsbetrachtung erstellen muss. Dabei bieten sich in einer groben thematischen Gliederung in alphabetischer Auflistung folgende Themenbereiche an:

Altertum
Biographien
Chronologie
Ethnologie
Geistesgeschichte
Geschichte
Indologie
Judaistik
Kongresse und Tagungen
Kulturgeschichte
Länder
Mittelalter
Naturvölker
Neuzeit
Numismatik
Vor- und Frühgeschichte
Zeitgeschichte

 

1. Methoden der Paranormologie

Eine besondere Herausforderung der Paranormologie bildet der methodische Ansatz bei der Beschreibung und Erforschung der einzelnen Vorstellungen, Verhaltensformen und Phänomene. In dieser Hinsicht wurde zunächst nur im Bereich der Parapsychologie eine Reihe von Methoden entwickelt, doch reichen diese an der Psychologie orientierten methodischen Ansätze nicht aus, um den gesamten Bereich der Paranormologie abzudecken. Hier sind neben den naturwissenschaftlichen und den psychologischen Fragestellungen auch Methoden der Geschichtsforschung, der Textanalyse, der Sozialforschung, der philosophischen und theologischen Interpretation, der medizinischen Diagnose und Therapie, der ethnologischen Beschreibung und Bestandsaufnahme sowie noch zu erstellende spezielle Methoden zur Erfassung paranormologischer Vorstellungsmuster, Verhaltensstrukturen und Ereignisabfolgen erforderlich. Ganz allgemein lassen sich diese Anforderungen paranormologischer Methodik durch folgende Hilfsmittel abdecken:

Apparate
Beobachtung
Datenverarbeitung
Erhebungen
Experiment
Statistik
Techniken
Tests

2. Lehren der Paranormologie

Nach einem Einblick in die Geschichte mit der völlig unüberschaubaren Vielfalt paranormologischer Themen sowie den sich daraus ergebenden methodischen Anforderungen der wissenschaftlichen Forschung stellt sich zunächst die Frage nach den verschiedenen Lehren, die in den Bereich der Paranormologie einzuordnen sind. Dabei geht es - entsprechend der Definition der Paranormologie - um all jene schriftlich oder mündlich tradierten Vorstellungsformen, die sozialpsychologisch und geistesgeschichtlich von Bedeutung sind und deren Ursprung und Inhalt sich durch eine rein kausale oder logisch analytische Begründung nicht hinreichend deuten lassen. Im Einzelnen handelt es sich vor allem um folgende Lehrsysteme oder Deutungsformen:

Alchemie
Bardo Thödol
Esoterik
Gnosis
Gral
I Ging
Kabbala
Kahuna
Kundalini
Mysterien
Mythologien
New Age
Numerologie
Okkultismus
Runen
Satanismus
Spiritismus
Spiritualismus
Tarot
usw.

 

3. Gemeinschaften, Gesellschaften, Institute


Neben diesen Lehren gehören zum Bereich der Paranormologie auch alle Gemeinschaften, Gesellschaften und Institute, die von paranormologischen Themen getragen werden bzw. sich damit befassen.


a) Gemeinschaften

Unter Gemeinschaften sind hier jene Gruppierungen zu verstehen, deren tragendes Gedankengut kausal und logisch nicht voll auslotbar ist. Derartige Gruppierungen wachsen in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden. Die meisten von ihnen werden aber so rasch wieder verschwinden, wie sie gekommen sind, da es ihnen nicht gelingt, ein eigenes tragendes Gedankengut zu entwickeln, was bei der heutigen Wissensbreite, Wissensoffenheit und Lebenserfahrung äußerst schwierig ist. Damit ist auch schon gesagt, dass sich die Paranormologie vornehmlich mit jenen Gemeinschaften befasst, die ein eigenes Weltbild mit paranormologischen Inhalten vertreten, nicht hingegen mit Gemeinschaften, die reinen Vereinscharakter haben oder wirtschaftliche bzw. politische Interessen vertreten, wie etwa der Orden der "Orange Men" in England, die Mafia in Italien oder der Ku-Klux-Clan in den USA. Auch Sekten verschiedenen religiösen Ursprungs gehören nicht zu den hier zu nennenden Gemeinschaften, sofern ihr Gedankengut nicht in einem besonderen Maß paranormologische Züge aufweist. Unter den angeführten Aspekten sind an dieser Stelle daher vor allem folgende Gemeinschaften zu nennen:

Anthroposophen
Candomblé
Derwischorden
Druiden
Freimaurer
Gralsbewegung
Illuminaten
Macumba
Okkultorden
Rosenkreuzer
Satanisten
Spiritisten
Theosophen
Umbanda
Voodoo
usw.

b) Gesellschaften

Als Gesellschaften werden jene Vereinigungen bezeichnet, deren Zweck die wissenschaftliche Erforschung paranormaler Phänomene ist. Im Gegensatz zu den Gemeinschaften sind paranormologische Themen nicht Inhalt des eigenen Selbstverständnisses, sondern Gegenstand des gestellten Forschungsinteresses. Solche Gesellschaften sind u. a.:

American Society for Psychical Research (USA)
Association for the Study of Anomalous Phenomena (USA)
Association Française d'Études Métapsychiques (Frankreich)
Associazione Italiana Scientifica di Metapsichica (Italien)
IMAGO MUNDI (Österreich)
International Association for Religion and Parapsychology (USA)
Mutual UFO Network (Deutschland)
Schweizer Gesellschaft für Parapsychologie (Schweiz)
Society for Psychical Research (England)
South African Soeiety for Psychical Research (Südafrika)
Survival Research Foundation (USA)
Wissenschaftliche Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie (Deutschland)
usw.

 

3. Institute

Unter Instituten sind jene Forschungseinrichtungen zu verstehen, die gänzlich oder zum Großteil paranormologische Themen als Forschungsgegenstand behandeln. Zu diesen Instituten sind u. a. folgende zu zählen:

Foundation for Research on the Nature of Man (USA)
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (Deutschland)
Institut für Grenzgebiete der Wissenschaft (Österreich)
Institute for Parapsychology (USA)
Institute of Noetic Sciences (USA)
Monterey Institute for the Study of Alternative Healing Arts (USA)
Parapsychology Sources of Information Center (USA)
Stanford Research Institute (USA)
The Center for Frontier Sciences at Temple University (USA)
usw.

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