Cuy

Cuy oder Riesenmeerschweinchen (aus dem Quechua Quwi für Meerschweinchen) sind besonders große Formen von Hausmeerschweinchen (Cavia Porcellus).
C. kommen ursprünglich aus Südamerika, wo sie als Mast- und Heiltiere gehalten werden. Sie haben verschiedene Felltypen und erreichen ein Endgewicht von 2–3 kg, bei einer Körperlänge von 27–35 cm. Eine Ausnahme bilden die „Cobayos“, die eine Körperlänge von 50 cm und ein Gewicht von 4 kg erreichen. Die Tiere werden ca. 2–3 Jahre alt.
Bereits seit der Inka-Zeit werden C. außer als Nahrung auch zu Diagnose und Therapie verwendet. Ihr Einsatz zu Heilzwecken ist heute zwar offiziell verboten, wenngleich die Tiere weiterhin von den >
Curanderos zur Reinigung (Limpia) und Diagnose herangezogen werden, zumal das C. aufgrund seiner angeblich außergewöhnlichen Sensibilität als besonders geeignet für das Aufsaugen negativer Energien von kranken Körperorganen gilt. Dabei wird ein lebendiges C. zur  Reinigung vom Scheitel bis zur Fußsohle über den Körper des Patienten gestreift, um die Krankheit desselben in den Eingeweiden des C. festzusetzen. Nach der Reinigung wird das Tier getötet, um durch eine Autopsie Aufschluss über den Gesundheitszustand der betreffenden Person zu erlangen.
Darüber hinaus dient das C. auch zur Durchführung eines > Schadenzaubers. Die von ihm absorbierte Krankheit könne nämlich durch einen bewusst herbeigeführten körperlichen Kontakt auf eine weitere Person übertragen werden.

Lit.: Schupp, Johanna M.: Alternative Medizin in Lima/Peru. Münster/Hamburg: Lit, 1991, S. 76–83; Cadena-Arias, Marta: Cuys. Riesenmeerschweinchen. Cavia aperea f. porcellus (= NTV-Kleinsäugerbibliothek; Bd. 8). Münster: Natur- und Tier-Verlag, 2008.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3