Cuthbert, Gisbert

Cuthbert, Gisbert (* 634/35 bei Dunbar, Schottland; † 20.03.687 Lindisfarne), heilig (Fest: 20. März) Mönch, Bischof.
In Schottland geboren, arbeitete C. in seiner Jugend als Schafhirte und trat 651 in das Kloster von Melrose ein, nachdem er der Legende nach gesehen hatte, wie der hl. Aidan von den Engeln in den Himmel getragen wurde. 664 wurde er Probst des unter Führung der hll. Aidan und Oswald von Mönchen gegründeten Klosters Lindisfarne. 676 zog er sich als Einsiedler auf die Insel Inner Farne zurück. Um die dort nistenden Eiderenten zu schützen, legte er für die ihn aufsuchenden Pilger bestimmte Regeln fest, womit er vermutlich das erste bekannte Vogelschutzgesetz begründete. In Nordirland werden die Eiderenten noch heute „Cuddy’s Ducks“ (Cuthberts Enten) genannt.
685 übernahm er widerwillig den Bischofsstuhl von Lindisfarne, bezog dann aber neuerdings seine Klause auf Inner Farne, wo er 687 starb und im Kloster beerdigt wurde. Als man nach elf Jahren seinen Sarg öffnete, war der Leichnam unverwest. Dieses Wunder trug u.a. zur Verbreitung seines Rufes als „Wundertäter von Britannien“ bei. Seit 999 befindet sich sein Grab in der Kathedrale von Durham.
C. war ein großer Prediger und wurde als > Prophet und > Heiler verehrt.

Lit.: St. Cuthbert's way: from Melrose to Lindisfarne: with high level option over the Cheviot / by Ronald Turnbull. Dunblane: Rucksack Readers, 2010.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3