Curran, Pearl Lenore Pollard

Curran, Pearl Lenore Pollard, Mrs. John Howard (*15.02.1881 Mount City Illinois, USA; † 3.12.1937 Los Angeles). Als C. 8 Monate alt war, zog die Familie nach Texas, wo sie zur Schule ging. Als sie 14 Jahre alt war, übersiedelte die Familie nach  St. Louis Missouri, wo C. ihre Ausbildung fortsetzte, sich aber immer mehr auf das Klavierspielen und Singen konzentrierte. Vom 18. bis zum 24. Lebensjahr arbeitete sie im Winter in Chicago und unterrichtete im Sommer zu Hause in Missouri Musik. Im Alter von 24 Jahren heiratete sie John Howard Curran.
Am 22. Juni 1913 begann beim Spiel mit dem > Oui-ja-Board eine Mitteilung von „Pat-C“ durchzukommen. Am 8. Juli 1913 schien das Brett wie besessen zu sein und es begannen die  Durchsagen von Patience > Worth, die angab, von 1649 bis 1694 gelebt zu haben. Der Nachweis konnte nicht erbracht werden. Jedenfalls entstanden durch die Durchgaben mehrere Bücher. C. vernahm dabei die Botschaften schon bevor das Brett sie zu schreiben begann, und zwar in plastischer Form. Sie brauchte nur die Seiten zu beschauen, die sich vor ihr öffneten, und deren Schönheit zu genießen. Wenn die Botschaft kam, wurden die Szenen dreidimensional, wobei sich die einzelnen Teile in ihrer Eigenart bewegten und miteinander sprachen. Redeten die Leute in fremden Sprachen wie in The Sorry Tale, hörte C. wohl das Sprechen, doch die Stimme von Patience übertönte alles. Ihre Verbindung mit Patience bezeichnete sie als das Schönste, was ein Mensch erfahren kann. C. und Patience schrieben eine Reihe von Romanen wie Telka, The Sorry Tale, Hope Trueblood, The Pot Upon the Wheel, Samuel Wheaton, An Elizabethan Mask sowie zahlreiche Kurzgeschichten und Gedichte.
Nach dem Tod ihres Mannes ging C. noch zwei Partnerschaften ein, die jedoch nur von kurzer Dauer wahren. Schließlich übersiedelte sie nach Los Angeles, wo am 25. November 1937 die letzte Sitzung mit Patience stattfand, die C. den Tod vorausgesagt hatte.
Da C. kaum gereist war sowie wenig gelesen und nur eine mäßige Ausbildung genossen hatte, die Arbeiten mit Patience aber in Qualität und Quantität außerordentlich sind, werden sie als paranormal bezeichnet. Es wird auch die Vermutung geäußert, dass C. eine literarische Begabung besaß, welche die Mutter durch die Betonung der Musik unterbunden habe. Patience Worth sei daher lediglich ihr verdrängtes Talent gewesen. Dies erklärt allerdings nicht, wieso C.  als Patience Fähigkeiten besaß, an die sie normal in keiner Weise herankam. Außerdem befand sie sich bei den Durchgaben in keinem dissoziativen Bewusstseinszustand.

Lit.: Yost, Casper S.: Patience Worth. A Psychic Mystery. New York: Henry Holt and Co., 1916; ders.: Aus dem Jenseits. Berlin: Reuss & Pollack, 1921; Behr, Herman: Light from Beyond: Poems of Patience Worth. New York, 1923; Malone, R.F.: Patience Worth. Temptress. London: Psychic Book Club, [1947?]; Prince, Walter Franklin: The Case of Patience Worth. New Hyde Park, NY: University Books [1964]; Wall, Mia-Grandolfi: Rediscovering Pearl Curran: Solving the Mystery of Patience Worth. Unpublished Ph.D. Diss., Tulane University, 2000; Braude, Stephen E.: Immortal Remains. The Evidence of Life after Death. Lanham, Md.: Rowman & Littlefield, 2003.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3