Cumberlandismus

Cumberlandismus, Muskellesen. Diese Technik ist nach dem englischen Illusionisten und Bühnenzauberer Stuart Cumberland (Pseudonym für Charles Gardner) benannt und besteht in einer Pseudoform des Gedankenlesens durch Beobachtung feinster Muskelbewegungen, körperlicher Reaktionen und Verhaltensweisen. Cumberland zog aus den Reaktionen Rückschlüsse auf die Gedanken von Menschen und vermarktete dies illusionistisch als „Gedankenlesen“. 1884 trat Cumberland in Berlin auf. Daraufhin machte Max > Dessoir Eigenversuche im C. und entdeckte dabei die Technik des Muskellesens.
Beim C. ist im Gegensatz zur Telepathie der Körperkontakt Voraussetzung, zumindest in Form des körpernahen Fühlens.

W.: Cumberland, Stuart: Besucher aus dem Jenseits. Breslau [u.a.]: Schottlaender, [1885].
Lit.: Moser, Fanny: Das große Buch des Okkultismus: originalgetreue Wiedergabe des zweibändigen Werkes „Okkultismus – Täuschungen und Tatsachen“, Bd. 1 und 2. München: Ernst Reinhardt, 1935.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3