Cuitlamitzli

Cuitlamitzli, bei den > Azteken eine Raubkatze, die von den Spaniern Onza-Katze genannt wurde.
Nach spanischen Berichten soll der aztekische Herrscher Moctezuma II. in seiner Hauptstadt Tenochtitlán, dem heutigen Mexiko-Stadt, einen eigenen Zoo unterhalten haben, in dem neben Pumas und Jaguaren angeblich auch die rätselhafte C. lebte. So beschreibt der Jesuiten-Missionar Ignaz Pfefferkorn, der 1757 ein Exemplar zu Gesicht bekommen haben will, in seiner 1794 erschienenen Provinzbeschreibung von Sonora die Onza als eine wolfsähnliche Katze, gefärbt wie ein Puma, jedoch mit einem längeren und dünneren Rumpf. Dies wurde später von dem Jesuiten Johann Baegert bestätigt.
1938 und 1986 wurden in Sinaloa im Westen Mexikos Tiere geschossen, die man als Onza identifizierte. Sie ähnelten den Pumas, hatten aber längere Beine,  längere Ohren, waren gefleckt und schlanker. Biochemische Analysen am Tier von 1986 zeigten keine genetischen Unterschiede zum Puma. Man sprach somit von einer möglichen Puma-Unterart. So bleibt C. weiterhin mit Fragen behaftet.

Lit.: Pfefferkorn, Ignaz: Beschreibung der Landschaft Sonora samt andern merkwürdigen Nachrichten von den inneren Theilen Neu-Spaniens und Reise aus Amerika bis in Deutschland (1756–1767).  Bonn: Holos, 1996; Reitz, Manfred: Rätseltiere. Stuttgart: Hirzel, 2005.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3