Crostarosa, Maria Celeste

Crostarosa, Maria Celeste (*31.10.1696 Neapel; † 14.09.1755 Foggia, Italien), selig (Fest: 14. September, Redemptoristen und Redemptoristinnen: 11. Sept.), Ordensgründerin, Mystikerin.
C. war das zehnte von 12 Kindern des Giuseppe Crostarosa und der Paola Battistini Caldari. 1716 trat sie mit ihrer Schwester Ursula in das Karmelitinnen-Kloster in Marigliano (Neapel) ein und legte 1719 die Gelübde ab. Am 16. Oktober 1723 verließ sie das Kloster mit den Schwestern und ging nach Portici, wo sie ca. drei Monate blieb. Im Januar 1724 trat sie in das Kloster der Heimsuchungsschwestern in Scala ein. Dort erhielt sie am 25. April 1725 nach der Kommunion die > Eingebung, ein neues Institut zu gründen und dessen Regel zu schreiben. Am 28. Dezember 1726 legte sie die Gelübde ab und im September 1730 begegnete sie dem Priester >
Alfons von Liguori, der ihre Regel als „Werk Gottes“ beurteilte und sich für eine sofortige Gründung einsetzte. Am 13. Mai 1731, Pfingstsonntag, wurde der neue Orden des Heiligsten Erlösers gegründet. Am 6. August 1731 erfolgte die erste Einkleidung mit dunkelrotem Kleid und blauem Mantel. Am 3. Oktober 1731 hatte C. die Vision eines männlichen Zweiges des Instituts mit Alfons von Liguori an der Spitze, das dann am 9. November 1732 in Scala als Kongregation des Heiligsten Erlösers gegründet wurde.
An den Donnerstagen von September bis Dezember 1732 nahm sie im ausgesetzten Allerheiligsten die Werkzeuge des Leidens Christi wahr.
Beim Generalkapitel am 14. Mai 1733 wurde C. aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Der Grund lag vor allem darin, dass sie der autoritären Haltung des Bischofs Falcoia, des Protektors des Klosters von Scala, gegenüber die Würde und Freiheit des Gewissens betonte. Am darauffolgenden 25. Mai verließ sie Scala mit zwei Schwestern und fand Aufnahme im Benediktinerinnenstift von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Amalfi. Dort blieb sie zehn Tage. In der Kathedrale zum hl. Andreas hatte sie eine trostvolle > Vision. Der Bischof von Nocera rief sie nach Pareti di Nocera (Salerno), um das Kloster SS. Annunziata zu reformieren. Sie wurde dort Oberin und wirkte sehr segensreich innerhalb und außerhalb des Klosters, bis sie am 7. November 1735 auf Ersuchen des Grafen Ravaschieri in Roccapiemonte ein Kloster gründete. Am 4. März 1738 ging sie nach Foggia, wo sie am 26. März mit ihrer Schwester Ursula feierlich einzog und ein Kloster des Heiligsten Erlösers gründete. Bereits am 4. Oktober 1735 zog sie in ein neues Haus um und am 26. März 1742 fand die Einkleidung von acht jungen Frauen statt. Am 14. September 1755 starb C. im Ruf der Heiligkeit. C. wurde am 18. Juni 2016 in Foggia seliggesprochen.

W.: Zwiesprachen – Geistliche Dialoge, aus dem Ital. von Bernhard Häring. Moers: Brendow Verlag, 1994; Stufen des Gebetes – Gnadengaben des Gebetes. Moers: Brendow Verlag, 1996.
Lit.: Majorano. Sabatino: Ausgewählte Texte – Aus den Schriften von Maria Celeste Crostarosa. Eigenverlag, 1991; Weibel, Berta: Eine außergewöhnliche Nonne: Maria Celeste Crostarosa, Gründerin der Redemptoristinnen. Freiburg [Schweiz]: Kanisius-Verl., 1995; Oppitz, J. W.: Entfaltung der christlichen Persönlichkeit – Leben und spirituelle Botschaft von Maria Celeste Crostarosa, übersetzt von P. B. Jestl. Moers: Brendow Verlag, 1996; Weibel, Berta (Hrsg.): Es begann mit der Sehnsucht ...: Spiritualität und Mystik von Maria Celeste Crostarosa. Freiburg [Schweiz]: Kanisius-Verl., 2001.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3