Crispinus und Crispinianus

Crispinus und Crispinianus († 287), heilig (Fest: 25. Oktober), wahrscheinlich römische Märtyrer unter Diokletian, deren Reliquien nach Soissons in Frankreich übertragen wurden. Gregor von Tours erwähnt eine ihnen dort geweihte Basilika (hist. V.34; IX,9), wo sie auch Stadtpatrone waren.
Der Legende nach handelte es sich um zwei Brüder aus einer römischen Familie, die auf der Flucht vor der diokletianischen Verfolgung nach Soissons gelangt waren, wo sie als Schuster arbeiteten, den Armen unentgeltlich Schuhe anfertigten und den christlichen Glauben predigten, weshalb sie nach schwerer Folter 287 enthauptet wurden.
Im 9. Jh. kamen ihre Reliquien nach Osnabrück, wo sie ebenfalls zu Stadtpatronen wurden. Ihr Kult breitete sich auf ganz Europa aus. Sie wurden zu Schutzpatronen der Schuster, Sattler, Handschuhmacher, Gerber und Weber.
In der Nacht von St. Crispinus und Crispinianus (25. Oktober) rotten sich der Sage nach die Skalärageister zusammen und reiten auf feuerschnaubenden Rossen an den Rhein hinunter.

Lit.: ActaSS oct.11.495-540; Gröger, H.: Die hll. Crispin und Crispinianus, die Patrone der Schuhmacherzunft. Pro Arte 3 (1944), 21-24.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3