Creery-Schwestern

Creery-Schwestern, Versuchspersonen für das erste Telepathie-Experiment (1881).
Reverend A.M. Creery aus Derbyshire, England, machte bei seinen Mädchen von 8 bis 17 Jahren, Alice, Emily, Kathleen, Mary und Maud, die Feststellung, dass sie alle, mit Ausnahme der Jüngsten, und außer ihnen noch ein junges Dienstmädchen, das zwei Jahre lang bei der Familie angestellt war, häufig ohne Berührung und Zeichengebung eine Karte oder andere Objekte, die man in ihrer Abwesenheit ausgewählt hatte, richtig bezeichnen konnten.   
Als im September 1876 Sir William >
Barrett in der Times einen Brief veröffentliche, in dem er um Mitteilung außergewöhnlicher Erfahrungen bat, folgte Creery diesem Aufruf und setzte sich mit Barrett in Verbindung.
W. F. Barrett, F.W. H. > Myers und Edmund > Gurney untersuchten die Mädchen 1881–1882. In ihrem Bericht von 1882 schreiben sie, dass > Telepathie ein echtes Phänomen sei. Weitere Untersuchungen in Cambridge unter Henry > Sidgwick, Gurney und anderen führten jedoch zu einem negativen Urteil. Wie so oft, verminderte sich die Trefferzahl, weil das Interesse sank und aus dem Spiel eine lästige Aufgabe und Pflicht wurde. So wurde dann im Bericht von 1888 mitgeteilt, man habe in den Sitzungen, in denen mehr als eine Schwester anwesend war, Betrug durch Zeichengebung festgestellt. Damit wurde das erste Telepathie-Experiment als Fehlschlag abgetan, womit allerdings nicht bewiesen ist, dass die ersten Experimente und alle übrigen ein echter Fehlschlag waren.

Lit.: Barrett, W. F. / Gurney, W. F. / Myers, F.W.H.: First Report on Thought-Reading. PSPR 1 (1882), 13; Gurney, E.: Note Relating to Some of the Published Experiments in Thought-Transference. PSPR 5 (1888), 269; Baerwald, Richard: Die intellektuellen Phänomene. Berlin: Ullstein, 1925.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3