Cranshaw, Stella

Cranshaw, Stella, auch Stella C. (* 1.10.1900 North Woolwich, London; † 17.07.1986 Portsmouth, UK), englische Krankenschwester und Medium.
C. kam Anfang 1920 auf einer Zugfahrt mit dem Parapsychologen Harry > Price in Kontakt, dem sie von ihren außergewöhnlichen Erfahrungen erzählte. Sie erklärte sich bereit, ihre Fähigkeiten prüfen zu lassen. Price unterzog sie daraufhin zahlreichen Kontrollen. Dazu diente auch ein betrugssicherer Séancetisch aus zwei Teilen. Die Tischplatte eines unter dem ersten stehenden inneren Tisches war mit einer Klappe versehen, die nur von unten geöffnet werden konnte. Auf die Platte des inneren Tisches wurden Musikinstrumente, z.B. eine Harmonika oder  eine Klingel, gelegt. Um die Tischbeine wurde Gaze gespannt. C. saß am Tisch mit Beobachtern, von denen ihr zwei während der ganzen Sitzung Hände und Füße hielten. Bald nachdem sie in Trance gefallen war, konnte man aus dem Inneren des Tisches Geräusche hören – das Spiel einer Harmonika oder das Klingeln einer Glocke, die Tischklappe wurde aufgestoßen. Als man ein Taschentuch darüberlegte, konnte man darunter Fingerbewegungen feststellen. Mittels dieser und anderer Vorrichtungen wurde C. insgesamt fünf Jahre lang untersucht. Den letzten Sitzungen von 1926 und 1928 wohnten auch Wissenschaftler wie Julian Huxley, Edward Andrade und R. J. Tillyard bei. Die Sitzungen strengten C. jedoch sehr an, sodass sie trotz ihrer erwiesenen Fähigkeiten wenig Interesse dafür aufbrachte, weshalb sie auch keine öffentlichen Séancen gab.
1928 heiratete sie Leslie Deacon und hörte mit den Sitzungen auf.

Lit.: Tabori, Paul. Companions of the Unseen. London: H. A. Humphrey, 1968;  Turner, James, ed. Stella C.: An Account of Some Original Experiments in Psychical Research. London: Souvenir Press, 1973; Botschaften aus dem Jenseits. Einführung v. Werner Schiebeler. Gütersloh: Prisma Verlag, 1986.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3