Cramer, Wolfgang

Cramer, Wolfgang (*18. Oktober 1901 Hamburg; † 2. April 1974 Frankfurt a. M.),  deutscher Philosoph, Mathematiker und Vater des Philosophen Konrad Cramer.
C. studierte nach dem Abitur an der Universität Breslau vier Semester Philosophie bei Richard Hönigswald und Siegfried Marck und ein Semester an der Universität Heidelberg bei Karl Jaspers. Anschließend machte er die Banklehre und arbeitete als Bankangestellter. Im Wintersemester 1924/25 begann er an der Universität Breslau das Studium der Mathematik und Physik, promovierte 1931 mit einem Thema aus der Zahlentheorie und arbeitete nach der Habilitation 1935 in Breslau als Dozent für Philosophie. Nach dem Krieg erhielt er schließlich eine Professur für Philosophie in Frankfurt a. M. Dabei versuchte er eine Philosophie des >
Absoluten zu entwickeln und setzte sich kritisch mit Kants Widerlegung der > Gottesbeweise auseinander. In den letzten Monaten seines Lebens beschäftigte er sich, wie sein Sohn Konrad am 9. April 1974 bei der Grabrede bemerkte, mit folgendem Gedanken:
„ Der bloße Umstand, dass der Mensch dessen fähig ist, an seinen Tod zu denken, sich mit dem Gedanken an seinen Tod vertraut zu machen und ihn in dieser Vertrautheit am Ende zu erleiden, ist schon der Beweis dafür, dass der Tod zwar ein Ende, aber nicht das Ende ist.“
Den Leugnern der menschlichen Freiheit hielt er entgegen, „dass sie gerade das verneinen, was noch die Bedingung aller Verneinung ist“ (nach Scherer, 37).

W. (Auswahl): Die absolute Reflexion, Bd. 1 und 2. Frankfurt a. M.: V. Klostermann, 1966/67; Grundlegung einer Theorie des Geistes. Frankfurt a.M.: Klostermann, 1957;  Das Absolute und das Kontingente: Untersuchungen zum Substanzbegriff. Frankfurt a. M., 1959; Gottesbeweise und ihre Kritik. Frankfurt a. M.: V. Klostermann,  1967.
Lit.: Scherer, Georg: Das Problem des Todes in der Philosophie. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1979.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3