Coyolxauhqui

Coyolxauhqui („die mit Glocken bemalt ist“), indianische Mondgöttin bei den > Azteken, von der Folgendes berichtet wird:
Als die fromme und keusche Urmutter Coatlicue („die mit dem Schlangenrock“) am Coatepec (dem Schlangenberg) Kehricht zusammenfegte, fand sie ein Knäuel aus kostbaren Federn, das sie im Bund ihres Rockes verwahrte. Sie wurde jedoch ohne ihr Wissen von dem Federbündel geschwängert, sodass > Huitzilopochtli in ihr heranwuchs, was ihre Tochter C. als Schande ansah. Sie stiftete daraufhin ihre 400 Brüder, die Centzon Huitznauna, zum Mord an Coatlicue an. Diese gebar aber noch rechtzeitig den bereits voll bewaffneten Huitzilopochtli, der seine Halbschwester C. enthauptete und auch die meisten ihrer 400 Brüder erschlug. Den Kopf der C. schleuderte er in den Himmel, wo er seitdem als Mond die Erde umkreist, sodass die Erdgöttin Coatlicue ihre Tochter immer sehen kann.
Am 21. Februar 1978 wurde in Mexiko-Stadt bei Bauarbeiten ein Stein mit einem Durchmesser von 320 cm gefunden, der sich als Träger eines Reliefs erwies, das die zerstückelte C. zeigt. Sie ist an den Glocken auf ihren Wangen erkennbar und trägt wie ihre Mutter einen Totenschädel am Gürtel.

Lit.: Taube, Karl: Aztekische und Maya-Mythen, Stuttgart: Reclam, 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3