Cox, Mrs. Julian

Cox, Mrs. Julian (ca. 1593–1663), Bettlerin, die 1663 als Hexe in Taunton/Somerset, England, hingerichtet wurde. Ihr Fall ist auch deshalb bemerkenswert, weil vor Gericht Themen wie > Hexenflug und Verwandlung in einer für Laien der damaligen Zeit verständlichen Sprache beleuchtet wurden.
C. war angeklagt, aus Rache eine Magd behext zu haben, weil ihr diese kein Geld gegeben hatte. Sie sei ihr daraufhin in Geistergestalt erschienen und habe das Mädchen gezwungen, große Nadeln zu schlucken. Nach einer anderen Aussage hatte die Frau einen Hausgeist in Gestalt einer Kröte und konnte sich in einen Hasen verwandeln. Einem Zeugen zufolge hatten seine Hunde einmal einen Hasen unter einem Strauch in die Enge getrieben. Als er ihn zu befreien versuchte, habe sich das Tier in eine Frau verwandelt, die er mit Sicherheit als C. identifizierte. Als er sie tief erschrocken fragte, wie sie dahin gekommen war, konnte sie, völlig außer Atem, keine Antwort geben.
Ferner beschuldigte man C., durch Zauberei die Kuh eines Nachbarn wahnsinnig gemacht zu haben und auf einem Besen geflogen zu sein.  
C. erzählte, wie sie zwei Hexen und einen unbekannten „schwarzen Mann“ gesehen habe, die in einer Höhe von etwa hundertvierzig Metern auf Besen reitend auf sie zugekommen seien. Als sie das Gericht zur Prüfung ihrer Schuld das Vaterunser aufsagen machte, ließ sie bei „und führe uns nicht in Versuchung“ das Wörtchen „nicht“aus. Sie wurde daraufhin für schuldig befunden und hingerichtet.

Lit.: Pickering, David: Lexikon der Magie und Hexerei. s.l.: Bechtermünz Verlag, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3