Cox, Esther

Cox, Esther (1860–1912), Hauptperson des Poltergeists von 1878/79 in > Amherst, Neuschottland.
Die 18-jährige Esther C. erwachte eines Nachts im Jahre 1878 mit schrecklichen Schmerzen. Auf ihr Schreien hin stürzten die anderen Familienmitglieder in den Raum. Ihr ganzer Körper, Gesicht, Rumpf, Hände und Füße schwollen so stark an, dass man Angst hatte, sie würde platzen. Plötzlich erfolgte ein lauter Knall und der Körper des Mädchens hatte wieder die normalen Ausmaße.
Im Laufe der nächsten Wochen und Monaten kam es zu weiteren Vorkommnissen, wobei meist C. die Hauptrolle spielte. Sonderbare Schriften erschienen an der Wand ihres Schlafzimmers: „Esther Cox, ich werde dich töten.“ Wiederholt wurde sie von einem unsichtbaren Angreifer  mit Stecknadeln traktiert, mit Kartoffeln beworfen, mit einer Essgabel gestochen und geohrfeigt. Als brennende Streichhölzer von der Decke fielen, wurde ihre Bettwäsche in Brand gesetzt. Bald brachen im ganzen Haus Brände aus, die von  den Familienmitgliedern gelöscht werden konnten, bevor das Haus vollständig abbrannte. Verschiedene Haushaltsgeräte wirbelten durch die Luft, man hörte Phantomstimmen und mächtige Hammerschläge, sodass der Putz von der Decke fiel. Einmal begann kaltes Trinkwasser in einem Eimer auf dem Tisch plötzlich zu brodeln. Ein anderes Mal bewegte sich ein schwerer Stuhl selbständig über den Gang und die Stiege.
Die Phänomene hörten auf, als C. eingesperrt wurde, weil man sie beschuldigte, die Scheune des Nachbarn angezündet zu haben. Viele waren jedoch der Ansicht, dass die boshafte Wesenheit schuld daran war.

Lit.: Hubbell, Walter: The Great Amherst Mystery: New York, Chicago [etc.]: Brentano’s, 1888; Lang, Andrew: The book of dreams and ghosts. London: Green, 1897; Carrington, Hereward: Personal Experiences in Spiritualism: (including the official account and record of the American Palladino Séances). London: Laurie Ltd., [1913].

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3