Cortés, Juan Francisco Maria de la Salud Donoso

Cortés, Juan Francisco María de la Salud Donoso (* 6.05.1809 Don Benito, Spanien; † 3.05.1853 Paris), spanischer Diplomat, Politiker und Staatsphilosoph.
C., Sohn eines Rechtsanwalts und Nachfahre des Eroberers Hernando Cortés, studierte Recht, Geschichte, Philosophie und Literatur in Salamanca, Cáceres und Sevilla und erhielt bereits mit 19 Jahren den Lehrstuhl für Literatur und Ästhetik in Cáceres. Eine früh eingegangene Ehe endete schon bald mit dem frühen Tod der Gattin.
1832 ging C. nach Madrid und widmete sich fortan der Politik. Ursprünglich dem Liberalismus zugewandt, vollzog er in Frankreich seine Hinwendung zum Katholizismus, die er 1848 endgültig besiegelte. Anfang 1849 hielt C. im spanischen Parlament eine fulminante Rede aus katholischer Sicht, die ihn weithin bekannt machte. Eine zweite aufsehenerregende Rede über Europa folgte im Januar 1850. Kaiser und Könige, Dichter und Denker standen ganz im Bann seiner Ausführungen, nicht zuletzt der greise Fürst Metternich. 1851 zog C., nach einem Jahr als Botschafter in Berlin, als Gesandter Spaniens nach Paris. Dort erschien dann sein Hauptwerk Essay über den Katholizismus, den Liberalismus und den Sozialismus.
Mit Seherblick sagte er die großen kommenden Katastrophen voraus, die für Europa heute verständlicher sind als damals: „Die europäische Gesellschaft liegt im Sterben. Schon sind die äußeren Glieder von der Kälte des Todes erfasst, und es wird nicht mehr lange dauern, bis auch das Herz der Erstarrung anheimgefallen ist. Und wissen Sie, weshalb Europa im Sterben liegt? Weil es sich über die große und unvergängliche Lebensregel hinwegsetzen will, die besagt, dass der Mensch nicht bloß vom Brote lebt, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.“

W.: Die Hauptirrtümer der Gegenwart nach Ursprung und Ursachen. Denkschrift an Seine Eminenz Kard. Fornari, 19. Juni 1852; Wien: Haselböck, 1932;  Essay über den Katholizismus, den Liberalismus und den Sozialismus und andere Schriften aus den Jahren 1851 bis 1853. Wien: Karolinger, 2007.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3