Cook, Florence Eliza

Cook, Florence Eliza, Mrs. E. E. Corner (*1854 Christ Church, Surrey, England; † 22.04.1904 London), eines der berühmtesten Medien des 19. Jahrhunderts.
C. soll schon in früher Kindheit Stimmen gehört und Gesichte gehabt haben. Mit 15 lernte sie das > Tischrücken als Gesellschaftsspiel kennen, bei dem es zu  einer > Levitation von ihr gekommen sein soll. Es folgte das >
automatische Schreiben und bei gemeinsamen Sitzungen mit dem englischen Medium Frank Herne sollen neuerlich Levitationen aufgetreten sein. Auch ihre beiden Schwestern, Katie Cook und Kate Selina Cook, waren medial begabt.
C. fiel nun öfters in Trance und nahm dabei eine zweite Persönlichkeit an, die sich selbst Katie King  nannte, Tochter von John King, wie sich der britische Seeräuber und spätere Vizegouverneur von Jamaika, Sir Henry Morgan (1635–1688), auch bezeichnete. Katie versprach, drei Jahre bei ihr zu bleiben und ihr viele außergewöhnliche Dinge zu zeigen. 
Im April 1872 kam es zu einer ersten > Materialisation. Am 9. Dezember 1873 stürzte sich ein Skeptiker unter den Sitzungsteilnehmern auf „Katie King“, als diese als Phantom auftauchte. Später bestätigte er, dass sich die Gestalt völlig materiell anfühlte. Als Sir William > Crookes davon erfuhr, erbot er sich, exakte Untersuchungen vorzunehmen. Es fanden mehrere kontrollierte Sitzungen in verschiedenen Häusern statt. Am 12. März 1874 zeigte sich „Katie King“  bei einer Sitzung im Haus von Crookes in einem langen weißen Gewand und bat diesen, in das Kabinett zu gehen und Florence zu helfen, da sie fast vom Sofa gefallen sei. Crookes ging ins Kabinett und hob Florence auf. Nach Crookes waren nicht mehr als drei Sekunden zwischen dem Augenblick, da er die vor ihm stehende weiß gekleidete „Katie King“ sah und Miss C. auf dem Sofa im Kabinett aufhob, verflossen, wo sie zusammengesunken war.
Als Crookes 1874 darüber berichtete, dass er die Materialisation von „Katie King“ nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert, ja mit ihr sogar gesprochen und sie einmal umarmt habe, war dies eine Sensation. Crookes war auch der Überzeugung, dass C. und Katie zwei ganz verschiedene Persönlichkeiten waren, wenigstens was ihre Körper anbelangte.
1874 heiratete C. Edward Elgie Corner. In diesem Jahr erlosch die Verbindung mit „Katie“  und C. unterbrach für einige Zeit ihre öffentliche Tätigkeit als Medium.
Inzwischen nahm eine andere > Kontrolle ihren Platz ein, die sich selbst „Marie“ nannte. Bei einer Sitzung 1899 auf Einladung der Sphinx Gesellschaft in Berlin materialisierte sich  „Marie“ und zeigte außergewöhnliche Phänomene.
Die Leistungen von C. sind allerdings nicht unumstritten. Der englische Vermessungstechniker und parapsychologische Autor Trevor Hall hält sie für eine Betrügerin und Crookes, der „Katie“ 44-mal fotografiert hatte, für benommen, weil er von der Schönheit der C. zu beeindruckt war und eine Liaison mit ihr gehabt hätte. Auch D.D. > Home hielt sie nach Camille > Flammarion für eine Betrügerin.
Crookes blieb bei seiner Wertschätzung und als er von ihrem Tod benachrichtigt wurde, drücke er in einem Brief vom 24. April 1904 seine besondere Anteilnahme aus und erklärte noch einmal, dass der Glaube an ein > Fortleben durch ihre Medialität viel gewonnen habe.
Für die Echtheit sprechen auch die Sitzungsbedingungen, die in vielen Fällen derart waren, dass es ausgeschlossen schien, dass das Medium selbst etwa in Transfiguration als „Katie King“ auftrat. So wurde z.B. durch das sich in Trance befindende Medium  in der Dunkelkammer ein Strom geschickt und außerhalb des Kabinetts der Ausschlag am Galvanometer verfolgt. Während sich „Katie King“ zeigte, muss C. völlig bewegungslos gewesen sein. Auch A. N. > Aksakow, der sie bei zwei Séancen sah, und andere Forscher verbürgen sich für die Echtheit der Phänomene.

Lit.: Crookes, William: Research in the Phenomenon of Spiritualism. London, 1874; Marryatt, Florence: There is no Death. London, 1891; Hall, Trevor H.: The Spiritualist. The Story of Florence Cook and William Crookes. London, 1962.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3