Comte de Villiers de l'Isle-Adam, Philippe Auguste

Comte de Villiers de lIsle-Adam, Philippe Auguste (* 7.11.1838 Saint-Brieuc; † 18.08.1889 Paris), französischer Dichter und Symbolist.
Das Ausgangsvorbild von C.  war Charles >
Baudelaire, der ihn zur Lektüre der Werke von  Edgar Allan > Poe ermunterte. Die beiden hatten dann zusammen mit Richard Wagner, den er 1869 in Tribschen besuchte, den größten Einfluss auf seinen Stil. Seine erste Veröffentlichung war jedoch der Gedichtband Premieres Poésies (1859) mit geringer Resonanz.
Größeren Erfolg erzielte C. mit seinen phantasievollen, mystisch gestimmten und von Horror durchsetzten Erzählungen, darunter die kurze Geschichtensammlung Conte cruels (1883) und die Novelle LEve future (1886), mit der er den Begriff „Android“ in das allgemeine Gespräch brachte. Als sein Hauptwerk bezeichnet man das Drama Axël, an dem er von 1869 an arbeitete, bis zu seinem Tod aber nicht vollendete, weshalb es postum erschien (1890). Das Werk war stark beeinflusst von Viktor Hugo, Goethes Faust und von der Musik Wagners. Für C. war die Vorstellung, die Imagination, wesentlich schöner als die Wirklichkeit, da sie auf einer Ebene liege, mit der nichts Konkretes verglichen werden kann.
Nach einem bewegten Leben, oft in tiefer Not, und der intensiven Beschäftigung mit > Okkultismus, > Theosophie und > Freimaurerei heiratete er schließlich kurz vor seinem Tod als gläubiger Katholik Marie Dantine, mit der er zusammenlebte, um den gemeinsamen Sohn Viktor, geboren 1881, zu legitimieren.

W. (Auswahl): Tribulat Bonhomet.  Paris: Tresse et Stock (s. d.);  Axël. Paris: Quantin, 1890; Die Eva der Zukunft. München: Rogner & Bernhard, 1972; Grausame Geschichten. Frankfurt a.M.: Insel Verl., 1978; Oeuvres complètes. Paris: Gallimard, 1986.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3