Compendium Maleficarum

Compendium Maleficarum, Hexenbuch. Das Buch wurde von Francesco Maria Guazzo (um 1570 - ca.1640), einem Priester aus Mailand, verfasst. Guazzo zitiert darin Experten auf dem Gebiet der > Hexen, darunter auch Nichlas > Remy (1530–1616), beschreibt die elf Formeln und Zeremonien vor der Weihe an den Teufel, die Voraussetzung für die Teilnahme am > Sabbat ist, gibt detaillierte Beschreibungen der sexuellen Beziehungen zwischen Männern und > incubi sowie zwischen Frauen und > succubi, und stellt in Anlehnung an > Michael Psellos (1017/1018–1096) eine Klassifikation der Dämonen auf.
Das Werk, das erstmals 1608 erschien, gilt als außergewöhnliches Dokument des Denkens aller Schichten der Bevölkerung zum Thema Hexen und okkulte Mächte, zu den verschiedenen Schutzmaßnahmen sowie zu den angeblichen Praktiken und Wirkungen der Hexen im 17. Jh.

Lit.: Compendium Maleficarum: Ex quo nefandissima in genus humanum opera venefica, ac ad illa vitanda remedia conspiciuntur/Guazzo, Francesco Maria. In hac autem secunda aeditione ab eodem authore pulcherrimis doctrinis ditatum, exemplis auctum, & remediis locupletatum, His additus est Exorcismus potentissimus ad solvendum omne opus diabolicum; nec non modus curandi febricitantes, ad Dei gloriam, & hominum solatium. Mediolani: Collegium Ambrosiani, 1626.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3