Compaß der Weisen

Compaß der Weisen, das von Christian Erdmann von Jäger (Ketmia Vere) veröffentlichte Buch mit dem Titel Der Compaß der Weisen, von einem Mitverwandten der innern Verfassung der ächten und rechten Freymaeurerey beschrieben; herausgegeben, mit Anmerkungen, einer Zueignungsschrift und Vorrede, in welcher die Geschichte dieses erlauchten Ordens von Anfang seiner Stiftung an deutlich und treulich vorgetragen, und die Irrthümer einiger ausgearteter französischer  Freymaeurer-Logen entdeckt werden, von Ketmia Vere. Berlin und Leipzig bey Christian Ulrich Ringmacher. 1779 gilt als eines der wichtigsten Bücher für die Kenntnis der > Rosenkreuzer des 18. Jh. und galt sogar lange Zeit als die Bibel des Ordens. Von Interesse ist der C. vor allem durch seine Vorrede (S. 19–112), die eine besondere Version der Entstehungsgeschichte der wahren > Freimaurerei enthält.
Die Autorschaft ist umstritten. Wahrscheinlich stammt der Teil mit der Entstehungsgeschichte von Bernhard Joseph Schleiß von Löwenfeld, während Jäger nur den Schlussteil hinzufügte. Inhaltlich ist der C. ein dreiteiliger alchemistisch-kabbalistischer Traktat mit einer 94 Seiten langen Vorrede über die „Geschichte dieses erlauchten Ordens“.

Lit.: Der Compass der Weisen, von einen [!] Mitverwandten der innern Verfassg der echten und rechten Freymäurerey beschrieben / hrsg. von Ketmia Vere [Neudr. d. Ausg.]. Berlin / Leipzig, 1779; Berlin / Basdorf, 1920.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3