Communitas Saturni

Communitas Saturni, thelemitische Gemeinschaft ausgewählter Mitglieder, die sich entschlossen haben, den Weg Saturns zu gehen. Als okkulte Freimaurer-Loge arbeitet die C. am geistigen Tempelbau der Menschheit, d.h., die Mitglieder suchen sich und andere geistig und magisch zu veredeln, um dadurch einen allgemeinen Menschheitsbund herbeizuführen, wobei sie sich auf Gregor A. > Gregorius berufen. Dieser war Generalsekretär der „Großen Pansophischen Loge“ von Meister > Recnartus in Berlin, bevor er 1928 die > Fraternitas Saturni gründete. Der Grundstein dazu wurde auf dem Konzilium von Weida in Thüringen gelegt, das 1925 von Meister Recnartus einberufen worden war, um die Führung der von ihm geleiteten Gruppen festzulegen. Als nach der Konferenz in Weida die Kontrolle des deutschen > O.T.O. (Ordo Templi Orientis) trotz großen Widerstandes Aleister > Crowley zufiel, kam es zur Spaltung und im Jahre 1926 zur rituellen Schließung der Berliner Pansophia. Diejenigen, die Crowley als Therion ("wildes Tier") anerkannten, traten dem O.T.O. bei, die restlichen gründeten 1928 unter der Schirmherrschaft von Gregorius eine neue saturnische Loge – die Fraternitas Saturni.
Nach Gregorius’ Tod 1964 entstanden im Umfeld der Fraternitas Saturni eine Reihe neuer Gruppierungen, darunter auch die C. Sie wurde 1993 durch den Großmeister Immanuel (Johannes Maikowski) in Kaiserslautern gegründet, der das Großlogen-Patent an die Loge übertrug.
Die C. arbeitet in der Tradition und mit den Originalritualen von Gregorius sowie nach dem freimaurerischen Grade-System des > Alten und Angenommen Schottischen Ritus. Der Name Communitas steht im Gegensatz zur Fraternitas (Bruderschaft), weil sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder aufgenommen werden.  
Inhaltlich fußt die C. auf dem Prinzip „Tue was Du willst“, jedoch nicht ohne Rücksicht auf den anderen, sondern im Sinne von „Tue Deinen eigenen göttlichen Willen“, denn jeder trage den Funken des Göttlichen in sich.

Lit.: Marc-Roberts-Team: Lexikon des Satanismus und des Hexenwesens. Graz: Verlag f. Sammler, 2004.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3