Columba von Rieti

Columba von Rieti, Guadagnoli Angelella (*2.02.1467; † 20.05.1501), selig (Kultbestätigung: 25.02.1625, Fest: 20. Mai), Dominikaner-Terziarin und Ekstatikerin.
C. stammte aus einer kleinbürgerlichen Familie und war schon als Kind sehr religiös und hilfsbereit. Als tüchtige Handarbeiterin hätte sie viel verdienen können, doch sie nahm nur, was die Leute geben konnten oder gaben. Eine Ehe lehnte sie ab; mit 19 Jahren wurde sie Dominikanerterziarin. 1488 ging C. nach Perugia, wo die Gemeinde aufgrund der außergewöhnlichen Ereignisse um ihre Person nach zwei Jahren ein Kloster für sie gründete. Ihre Ekstasen dauerten manchmal mehrere Tage. Dabei hatte sie einmal den Eindruck, nach Jerusalem gefahren zu sein. Man könnte hier an die mystische Version der „geistigen Wallfahrt“ denken, doch war ihr Zimmer leer und sie selbst nicht auffindbar. Ihre Visionen waren hauptsächlich mit der Kindheit Christi verbunden.
1490 legte C. ihre Profess ab. Die Schwesterngemeinschaft, der sie vorstand, zählte etwa 50 Mitglieder.
In ihren letzten Lebensjahren wurde sie wegen ihrer prophetischen Aussagen bekannt. Papst Alexander VI. und der König von Frankreich fragten sie um Rat. Neben > Präkognition und > Hellsehen, >
Asitie und > Levitation, die von ihr berichtet werden, soll sie auch aus ihrer verschlossenen Kammer verschwunden sein (> Teleportation), und als sie einige Männer vergewaltigen wollten, wurde sie unter deren Händen wie Stein und sie vermochten sie nicht von der Stelle zu bewegen.
Sie starb, wie vorausgesagt, nach ihrem 33. Geburtstag, am Abend von Christi Himmelfahrt.

Lit.: AA.SS., Mai 5 (1665), 319–398; Görres, Joseph von: Hinter der Welt ist Magie. München: Diederichs, 1990.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3