Col(o)man

Col(o)man, heilig (Fest: 17. Juli), irischer Palästinapilger. Auf seiner Pilgerreise nach Jerusalem wurde der angebliche irische Königssohn C. wegen seines fremdländischen Aussehens bei Stockerau in Niederösterreich als Spion ergriffen, gemartert und schließlich am 17.07.1012 gehenkt. Seine Gebeine wurden am 13. Oktober 1014 durch den Markgrafen der bayerischen Ostmark, Heinrich I.,  nach Melk überführt und durch den Eichstätter Bischof Megingaud in der dortigen Peterskirche beigesetzt. Heute befinden sich seine Gebeine im linken vorderen Seitenaltar der Stiftskirche Melk. C. wurde bald als Märtyrer verehrt und 1244 auf Betreiben Friedrichs II., des letzten Babenberger-Herzogs, zum Landesheiligen erhoben. Dargestellt wird er als Pilger mit einem Strick.
Außer Melk besitzt C. mannigfache andere Kultstätten und gilt als Helfer in verschiedenen Anliegen: bei Gefahren auf Reisen, gegen Kopfweh oder gegen die Pest. Ferner ruft man ihn um Regen und auch um eine gute Heirat an. Vor allem aber ist C. als Viehpatron geschätzt.
Sein Gedenktag wurde früher auch oft als Beginn der Rübenernte genannt. Sehr verbreitet waren zudem >
Colomanibüchlein und -segen.

Lit.: Deppisch, Gottfried: Geschichte und Wunder-Wercke des Heiligen Colomani, Königlichen Pilgers und Martyrers. Wien: Kirchberger, 1743.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3