Coletta von Corbie

Coletta von Corbie, Nicolette Boillet (*13.01.1381 Corbie, Frankreich; † 6.03.1447 Gent), hl. (24.05.1807, Fest: 6. März), Ordensreformerin der nach ihr benannten Klarissen.
C. war schon als Kind mit langen Ekstasen und anderen Charismen begabt. Mit neun Jahren empfing sie eine Offenbarung über den wahren Geist des Franziskanerordens. Nach dem Tod der Eltern erprobte sie nacheinander die Lebensformen der >
Beginen, Benediktinerinnen, Klarissinnen und Franziskanertertiarinnen, um sich schließlich 1402 als Reklusin zurückzuziehen. Da sie von Franziskus und Christus visionär den Auftrag erhielt, den zweiten Orden der Minoriten zu reformieren, trat sie 1406 bei den Klarissen ein und wurde noch im gleichen Jahr vom avignonesischen Papst Benedikt XIII. (Pedro de Luna) zur Generaläbtissin ernannt.
In Zusammenarbeit mit dem sel. Heinrich von Baume OFM begann sie 1408 von Besançon aus viele Klöster der verschiedenen Zweige des Klarissenordens zur ursprünglichen strengen Regel des hl. > Franz von Assisi zurückzuführen und gründete über 20 neue Klöster, deren Mitglieder sich Arme Klarissen oder Colettinen nannten. Viele Klarissen der sog. Urbanistinnen führte sie zur ursprünglichen Regeltreue zurück. 1434 wurden ihre Statuten vom Generalminister der Franziskaner und vom päpstlichen Legaten bestätigt.
Ihr Leben war begleitet von einer Reihe paranormaler Phänomene: oft wochenlange > Ekstasen, > Levitationen, > Arme-Seelen-Offenbarungen, > Totenerweckungen, die nicht nur den Erfolg ihrer Reformen sicherten, sondern sie auch weithin bekannt machten.

Lit.: ActaSS mar.1, 531-626;  Sellier, Louis: Lebensgeschichte der heiligen Coletta, Reformatorin des Franziskaner-Ordens. Innsbruck, 1857.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3