Cock-Lane-Geist

Cock-Lane-Geist. 1742 traten in einem Haus in Cock Lane, Smithfield, London, Spuk- und Poltergeistphänomene auf, wie unerklärliches Klopfen, Bewegen von Gegenständen und  Geräusche. Die Klopflaute wurden alphabetisch gedeutet. Die Quelle der Geräusche antwortete auf die Fragen mit Ja durch einen Schlag und mit Nein durch zwei Schläge. Die dadurch gewonnene Botschaft besagte, dass der Geist die junge Frances Lynes sei, die von ihrem Liebhaber William Kent in der Spukwohnung vergiftet wurde, als sie an Pocken erkrankt war. Der Fall erregte großes Aufsehen und wurde von Dr. Samuel Johnson unter Assistenz von Rev. Mr. Douglas, dem späteren Bischof von Salisbury, sowie von Oliver Goldsmith und Horace Wolpe untersucht. Sie beobachteten, dass die Phänomene mit der 12-jährigen Elisabeth Parsons, der Tochter des Pächters des Hauses, zusammenhingen. Elisabeth beschrieb den Geist als eine in ein Leichentuch gehüllte Gestalt ohne Hände.
Den ersten Bericht veröffentlichte Goldsmith unter einem Pseudonym mit dem Titel The Mystery Revealed, der noch 1742 erschien.
Obwohl  Elisabeth später Betrug nachgewiesen werden konnte, erklärt dies nicht alle aufgetretenen Phänomene. Einige Fachleute sahen darin den seltenen Fall eines Geistes, der sich auf der Suche nach Rache an die Öffentlichkeit gewagt hatte.
Mr. Parson kam vor Gericht. C. wurde auch durch ein Bild von William Hogarth berühmt, der sich damit über die Leichtgläubigkeit der Leute lustig machte.

Lit.: Goldsmith, Oliver: The Mystery Revealed. Containing a Series of Transactions and Authentic Testimonials, Respecting the Supposed Cock-Lane Ghost. London: W. Bristow, 1742.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3