Cleromantie

Cleromantie (griech. kleros, Teil; mantike, Wahrsagen; engl. cleromancy; it. cleromanzia), Wahrsagen unter Verwendung bestimmter kleiner Gegenstände wie schwarze und weiße > Bohnen, > Knochen, Steine, > Runen, Stäbchen – alles, was zu einem > Los geformt werden kann. Die Weissagung besteht in der Interpretation der durch das Mischen der Gegenstände mittels Schütteln gebildeten Muster. Diese Wahrsagemethode wurde in den Straßen Ägyptens und auf den Plätzen im alten Rom praktiziert. In Rom wurden solche Gegenstände dem > Merkur geweiht. Einzelne Gegenstände konnten aber auch für sich eine besondere Bedeutung haben. So wurde ein Olivenblatt als „Los des Merkur“ bezeichnet, das allgemein in eine Urne gegeben wurde, um den Gott gnädig zu stimmen.
Bei den Masai in Ostafrika schüttelt man beispielsweise Steine in einem Büffelhorn.

Lit.: Spence, Lewis: An Encyclopaedia of Occultism. New York: Cosimo, 2006.

 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3