Cleary, Bridget

Cleary, Bridget (1868–1894), Opfer des Hexenwahns. Als die 26-jährige C. an einem Tag des Jahres 1894 nicht rechtzeitig nach Hause kam, befürchtete ihr Mann, Michael Cleary, der einige Kilometer nördlich von Clonmel in Tipperary, Irland, wohnte, das Schlimmste. Er war der Meinung, dass seine Frau von den Feen des nahen Kilegranach Hill entführt worden sei. Der Hügel galt als Schlupfwinkel für Hexen. Als die Frau dann doch erschien, wurde sie von ihrem Ehemann und ihrer Familie beschuldigt, eine > Hexe und ein > Wechselbalg zu sein. Sie beteuerte ihre Unschuld, doch glaubte man ihr nicht und zwang sie, unter den Augen aller nackt auf dem Torffeuer in der Küche zu sitzen. Sie lehnte es weiterhin ab, etwas zu gestehen, was man ihr ins Ohr flüsterte, wenngleich man sie so lange peinigte, bis ihr Körper schrecklich verbrannt war. Als sie es nicht mehr ertragen konnte, warf sie ihrem Mann vor, dass sich auch seine Mutter mehrmals zu den Feen gesellt habe. Dies wurde als Geständnis gedeutet. Der Mann übergoss daraufhin seine am Boden liegende Frau mit Lampenöl, setzte sie in Brand und begrub sie anschließend in der Nähe des Hauses. Die Polizei, die davon erfuhr, verhaftete den Mann samt seinen Komplizen. Er wurde zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
Die Tat wurde später unter der Bezeichnung „Feuertod von Clonmel“ bekannt.    

Lit.: Pickering, David: Lexikon der Magie und Hexerei. s.l.: Bechtermünz Verlag, 1999.

 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3