Claudius Ptolemäus

Claudius Ptolemäus (lat.; griech. Klaudios Ptolomaios, * um 100 n. Chr. vermutlich in Ptolomais Hermii; † um 175 vermutlich in  Alexandria), griechischer Mathematiker, Geograph, Astronom, Astrologe, Musiktheoretiker und Philosoph.
C. wirkte als Bibliothekar an der berühmten Bibliothek in >
Alexandria. Seine drei Schriften zur Astronomie, Geographie und Astrologie gelten bis heute als umfangreiche Datensammlungen und wissenschaftliche Standardwerke. Zudem gilt C. als der letzte große Naturwissenschaftler der Antike. Unter anderem schuf er das nach ihm benannte Ptolemäische Weltbild mit der Erde als festem Mittelpunkt des Weltalls, die von den Planeten und der Sonne auf mathematisch vollkommenen Bahnen umkreist wird. Es wurde erst im 17. Jh. vom Kopernikanischen Weltbild mit der Sonne im Mittelpunkt abgelöst.
Für die > Paranormologie ist von besonderer Bedeutung, das C. in seinen Werken auch die Erfahrungen der älteren Astrologen berücksichtigte. In seinem astrologischen Grundwerk Tetrabiblos (Vierbuch), das von Melanchthon aus dem Griechischen ins Lateinische und von Erich Winkel ins Deutsche übersetzt wurde, nimmt er bereits manches vorweg, was zu den heutigen kosmobiologischen Grundsätzen gehört. So bezieht er die Vererbung in seine Betrachtung ein, betont die Willensfreiheit und verurteilt den Fatalismus. Zudem bringt er die Theorie der > Häuser bzw. der Orte, der Elemente und die > Humoraltheorie in die astrologische Diskussion ein und verweist auf Zusammenhänge zwischen > Tierkreiszeichen und physikalischen Gegebenheiten. Die Nützlichkeit der > Astrologie sieht er auch in der Förderung des Wissens um die Zukunft.
In seinem astronomischen Hauptwerk Almagest katalogisierte er ohne Hilfe eines Fernrohrs – dieses wurde erst von Galilei erfunden – 1028 verschiedene Sterne (verglichen mit den rund 840 des Hipparchus).

Lit.: Claudius Ptolemaeus’ astrologisches System, Buch 1-4. Düsseldorf: Dr. H. Korsch, 1938; Kunitzsch, Paul: Der Almagest. Wiesbaden: Harrassowitz, 1974; Ptolemaeus, Claudius: Tetrabiblos. Mössingen: Chiron-Verl., 2000.

 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3