Clauder, Gabriel

Clauder, Gabriel, lat. Gabrielis Clauderi (*18.10.1633 Altenburg, Deutschland; † 10.10.1691 ebd.), deutscher Arzt und Verteidiger der > Alchemie.
Seine Verteidigung der Alchemie richtete sich vor allem gegen Werner Rolfink und Athanasius > Kircher. Er berief sich dabei auf Tatsachen, welche die Möglichkeit der Metallveredelung historisch begründen sollten. Wenngleich diese Tatsachen größtenteils nicht unbestritten sind, hat C. doch zu seiner Zeit mit anderen wie John Webster oder Olaus Borrichius sein Möglichstes geleistet. Seine Verteidigungsschrift Dissertatio De Tinctura universali, vulgo Lapis Philosophorum dicta erschien 1678 in Altenburg, eine deutsche Ausgabe folgte 1682 in Nürnberg.
Auf medizinischem Gebiet vertrat C. die Ansicht, dass Zahnschmerzen von Würmern verursacht würden, die in den Zähnen hausen, Balsamierung ohne Entfernung der Innereien und das Herstellen von Essenzen ohne Feuer und Destillation möglich seien.

W.: Methodus balsamandi corpora humana, aliaque maiora sine evisceratione et sectione hucusque solita |ubi non modo de condituris veterum Aegyptiorum, Arabum, Ebraeorum, ac in specie corporis Christi, ut et modernorum diversa proponuntur; sed etiam modus subjungitur, quomodo cadavera integra sine exenteratione possint condiri; adnexa item est methodus parandi varias essentias atque spiritus chymicos extemporanee, sine igne aut destillatione. Ienae [u.a.]: Bielcke, 1679; Gabrielis Clauderi, Des berühmten Medici Dissertation von der Universal-Tinctur oder dem Stein der Weisen: in welcher I. Was diese seye 2. ob sie in der Natur gefunden werde / und ob einem Christen nützlich seye, selbe zu erforschen; 3. Aus was für einer Materi; und 4. wie sie bereitet werde... Nürnberg: Bleul, 1682; Inventum Cinnabarinum, hoc est, Dissertatio De Cinnabari nativa Hungarica, Longa Circulatione In Majorem Efficaciam Fixata Et Exaltata Ad Normam Academiae naturae curiosorum. Jenae: Bielcke, 1684.

 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3