Cinvat-Brücke

Cinvat-Brücke (awest. Chinvat-peretu, „Brücke der Scheidung“), im > Zoroastrismus Ort der Prüfung im Jenseitsgericht. Die C. spannt sich vom Berg Hara-Berezaiti, der in der Mitte der Welt liegt, zum Berg Elburz am Rande des Himmels. Hier erwarten die Totenrichter > Mithra, > Rashnu und > Sraosha die Verstorbenen, um deren Seelen zu wägen. Auch die zu den Scharen > Ahrimans gehörenden finsteren > Daevas, Aeshma und Stovidatu, versuchen sich der Menschenseelen zu bemächtigen.
Nach dem Tod verharrt die Seele drei Tage am Leichnam, genau die Zeit, die der > Ätherleib zur Auflösung braucht. Dann erst kommt sie zur C. Dort darf sie entweder unter Leitung der Daena, einer schönen Frauengestalt, auf breiter Straße in das himmlische Reich des > Ahura Mazda aufsteigen oder sie wird bei negativem Befund von der rasiermesserscharfen Brücke in die Hölle gestürzt. Das Bild wurde im Islam übernommen.

Lit.: Stausberg, Michael: Zarathustra und seine Religion. München: Beck, 2005.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3