Chronobiologie

Chronobiologie (griech. chronos, Zeit; bios, Leben), Lehre von den biologischen Zeitabläufen, den sogenannten biologischen Rhythmen. Der wesentlichste Rhythmus ist der durch die Rotation der Erde um ihre zentrale Achse hervorgerufene Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Dunkel. Dieser endogene Rhythmus bleibt auch bei Wegfall solcher Zeitgeber bestehen und betrifft alle biologischen Funktionen wie Körpertemperatur, Kreislaufstabilität, Schmerzempfindung oderLeistungsfähigkeit. Diese Funktionen verändern sich systematisch im Laufe von Tag und Nacht, wobei eine > Biologische Uhr den periodischen Wechsel des Organismus steuert. 
Das absolute Tief des Organismus wird um 3 Uhr nachts erreicht, dem Zeitpunkt, wo Nachtarbeiter die meisten Fehler machen, die Stimmung auf einem Tief angelangt ist, die meisten Menschen sterben, aber auch geboren werden.
Eine Nichtbeachtung des von der biologischen Uhr vorgegebenen Zeitraumes für Aktivität und Ruhe wirkt sich auf den jeweiligen Gesundheitsstatus und die erforderte Konzentrationsfähigkeit signifikant aus. Schichtarbeit und Zeitzonenflüge z.B. beeinträchtigen Befindlichkeit und körperliche Gesundheit ebenso wie die Leistungsfähigkeit. Langzeitwirkung spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Nonstop-Arbeit führt auch verstärkt zu Unfällen im Straßenverkehr, und zwar jeweils zu Zeiten des biologischen Tiefs (zwischen 3 und 5 Uhr morgens, gegen 14 Uhr mittags). So waren auch die größeren Katastrophen (Tschernobyl, Exxon-Valdez) durch Einschlafen aufgrund des Versuchs, über den kritischen Zeitpunkt hinwegzuarbeiten,  bedingt. Ähnliche Fälle wurden bei Kontrollen des technischen Personals in anderen Kernkraftwerken und im Cockpit von Flugzeugen festgestellt, was zu einer Zusammenarbeit mit Chronobiologen führte.

Lit.: Geyer, G./Stacher, A: Chronobiologie und ihre Bedeutung für die Therapie. Wien: Facultas, 1992; Meier-Koll, Alfred: Chronobiologie: Zeitstrukturen des Lebens. München: Beck, 1995; Fauteck, Jan-Dirk/Kusztrich, Imre: Leben mit der inneren Uhr. Berlin: Econ, 2006.

 

 




 


 

 


 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3