Christusmystik

Christusmystik lebt aus der Erfahrung der personalen Einheit mit Christus in der Liebe des Dreifaltigen Gottes. Diese Einheit wird in der Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes grundgelegt und durch die Aussage Jesu verdeutlicht: „Wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14, 23). Die Erfahrung dieses Einwohnens des Dreifaltigen Gottes bringt Paulus im Hinblick auf Christus mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2, 20), denn, so sagt Jesus: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in Euch“ (Joh 15, 4).
Dieses Einheitserlebnis mit Christus, das in der > Unio mystica seinen Höhenpunkt erreicht, ist C. Dabei geht es um die volle personale Hingabe an Christus bei gleichzeitigem Erleben der Einwohnung Christi im personalen Selbst, das dadurch eine innere Glückseligkeit erfährt, die auch von veränderten Bewusstseinszuständen bis zur > Pneumostase begleitet sein kann. Wird in diesem Einheitserlebnis auch das Leben Christi nachempfunden, so spricht man beim Miterleben des Leidens Christi von > Passionsmystik.
Die C. hat im Laufe der Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag die verschiedensten Ausdrucksformen gefunden und das Leben einzelner Personen grundsätzlich gestaltet. Davon zu trennen sind die bewussten oder unbewussten pseudomystischen Erscheinungsformen.

Lit.: Görres, Joseph von: Die christliche Mystik. Graz: Akad. Druck- u. Verlagsanstalt, 1960; Resch Andreas: Mystik. Innsbruck: Resch Verlag, 21984 (Imago Mundi; 5); ders.: Paranormologie und Religion. Innsbruck: Resch, 1997 (Imago Mundi; 15).


 


 

 


 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3