Christophskraut

Christophskraut (lat. Actaea spicata), gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Die krautige Pflanze erreicht eine Höhe von 30 bis 60 cm, ihre Blüten sind klein und weiß, ihre Früchte schwarze Beeren. Das C. wächst auf feuchtem und kalkhaltigem Untergrund und ist bis in 1900 m Seehöhe in fast ganz Europa bis nach Westsibirien zu finden.
Seinen Namen erhielt das Kraut von dem griechischen Jäger >
Aktäon, den > Artemis, als er sie beim Baden beobachtete, zur Strafe in einen Hirsch verwandelte. Seine Jagdhunde fütterte sie mit einem Kraut, das diese in Raserei versetzte. Sie zerfleischten den Hirsch und das Kraut erhielt den Namen des Opfers: Actaeon.
Die Pflanze wurde später wegen der angeblichen Wirksamkeit gegen Pest nach ihrem Schutzpatron, dem hl. Christophorus, Christophskraut genannt. Dieses ist auch ein berühmtes Zauber- und Giftkraut, daher Berufs-, Beschrei-, Hexenkraut, „heidnisch Wundkraut“ genannt. Die Beeren sind giftig und wurden bei Frauenleiden als „Mutterbeeren“ sowie zum Beschwören der Gold verschließenden Geister verwendet. Damit scheint der Name C. zusammenzuhängen. So versteht man unter "Christoffeln" das > Bleigießen am > Andreastag und die Schatzgräber sprechen das „Christophelesgebet“.
In der frühen Neuzeit wurde das C. Aconitum bacciferum genannt und wegen seiner giftigen Beeren zu den > Akoniten gezählt. Es wurde auch mit dem Krebskraut (Heliotropium europaeum L, Europäische Sonnenwende) identifiziert. > Christophorus; > Christophelbüchlein.

Lit.: [Fabulae]. C. Julii Hygini Fabularum liber: ad omnium poetarum lectionem mire necessarius. Lugd. Bat. & Amstel: Gaasbek, 1570; Beckmann, Dieter und Barbara: Alraune, Beifuß und andere Hexenkräuter. Frankfurt/M.: Campus, 1990; Müller-Ebeling, Claudia: Hexenmedizin: Aarau, CH: AT Verlag, 1999.

 


 

 


 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3