Christophelbüchlein

Christophelbüchlein, Zauberbuch zur Schatzsuche.
Im Zusammenhang mit dem Schatzsuchen werden im 18. Jh. das Christophelbuch oder Christophelgebet, das Coronagebet und das Gertrudenbuch erwähnt, da nach dem Volksglauben St. Christoph, St. Corona und St. Gertrud als die himmlischen Schatzverwalter gelten.
Das C. wird mit der lateinischen Christophorus-Legende des Mittelalters in Verbindung gebracht, die zu der aus dem Orient überlieferten Geschichte von der Bekehrung eines Stammesangehörigen der „Hundsköpfigen“ die Erzählung vom Jesuskind hinzufügt, das vom Riesen Offerus über den Jordan getragen wird. Im Spätmittelalter wird >
Christophorus zu einem der vierzehn Nothelfer und als solcher auch beschworen, Geld zu bringen. Die > Beschwörungen im C. beziehen sich auf diese mittelalterliche Fassung der Legende von Christophorus, dem man auch die Gewalt über alle in der Erde verborgenen Schätze und bösen > Geister gab. Nach den üblichen Regeln der magischen Schatzsuche wird vom  Beschwörer Enthaltsamkeit und Reinheit, Beichte, Kommunion und Fasten bei Wasser und Brot gefordert. Anweisungen für die Herstellung des Zauberkreises, die Texte der Evangelienanfänge, Psalmen, Gebete und Beschwörungsformeln folgen.

Lit.: Pfaff, Christoph Matthaeus: Theologische Untersuchung des so genannten Christophel-Gebets in lateinischer Sprache als eine Disputation mit vielem Beyfall kürtzlich heraus gegeben, nun aber auf vielfältiges Begehren in das Teutsche übersetzt. Frankfurt, 1748; Ruff, Margarethe: Zauberpraktiken als Lebenshilfe: Magie im Alltag vom Mittelalter bis heute. Frankfurt a. M.: Campus, 2003.

 


 

 


 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3