Christine von Spoleto

Christine von Spoleto (* um 1435 Osteno bei Porlezza am Luganer See; † 13.02.1458 Spoleto, Italien), selig (Decr. 19.09.1884, Gedenktag: 13. Februar).
Geboren mit dem Namen Augustina, wurde sie von ihrem Vater, dem Arzt Johannes Camozzi, einem ortsansässigen Holzschnitzer zur Frau gegeben. Nach dessen Tod wurde sie die Geliebte eines Ritters, der in einem Söldnerheer diente. So kam sie nach Como, gebar einen Sohn und schwelgte fortan in Luxus. Schließlich heiratete sie den Ritter, der jedoch von einem in sie verliebten Soldaten umgebracht wurde. Als ihr Sohn starb, änderte sie ihr Leben radikal, verzichtete auf alle Reichtümer und begann ein strenges Bußleben. Es schien ihr, als hörte sie fortwährend eine innere Stimme, die ihr sagte: Buße, Buße, Buße. 1455 trat sie in den Dritten Orden der Augustiner ein und nahm den Namen Christina an. Nach einem unsteten Wanderleben und Werken der Nächstenliebe kam sie schließlich nach Spoleto, wo sie sich dem Krankendienst widmete. In > Ekstasen schaute sie die Mysterien der Passion Christi, die sie andauernd meditierte. Sie fastete so sehr, dass sie schließlich entkräftet starb. Zunächst in der Augustinerkirche in Spoleto beigesetzt, übertrug man ihre sterblichen Überreste nach Aufhebung des Klosters in die Kirche San Gregorio Maggiore. Schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt, wurden ihr nach dem Tod zahlreiche Wunder zugeschrieben. Gregor XVI. bestätigte ihren Kult am 19. September 1834.

Lit.: Del Re, N.: Cristina da Spoleto BS 4, 341; Motta. E.: La beata Cristina da Spoleto era del Lago di Lugano: Bollettino storico della Svizzera italiana 15 (1893), 84–93.

 

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3