Christina Mirabilis

Christina Mirabilis (* um 1150 Brustem, Belgien; † um 1224 St. Trond), heilig (Fest: 24. Juli), Mystikerin. Sie dürfte die erste > Begine sein, von der wir eine Vita besitzen.
Mit 15 Jahren wurde sie Waise und verdiente sich ihren Unterhalt als Hirtin. Nach einer kataleptischen Krise begann C. um 1182 ein strenges Leben der Buße. Jahrelang lebte sie auf dem Schloß von Loon, dann in St. Trond. Dort starb sie bei den Benediktinerinnen von St. Katharina.
Wie Kardinal Jakob von Vitry noch zu ihren Lebzeiten 1215 in der Vita Marias von Oignies schreibt, soll sie Wunder gewirkt und mehrere > Levitationen gehabt haben. Nach der von Thomas von Cantimpré verfassten Vita Christinae soll sie 1172 gestorben und nach einer Reise durch drei jenseitige Orte wieder in das irdische Dasein zurückgekehrt sein. Dies war eine willkommene Gelegenheit, die wenige Jahre zuvor verkündete Lehre vom Fegefeuer zu deuten, da sich C. der Fürbitte für die > Armen Seelen widmete. Sie soll den Gestank der menschlichen Sünde gerochen haben, der unerträglich für sie war, weshalb sie zur Erlösung der Sünder in abgelegene Winkel floh, auf Bäume und Häuser kletterte und sich in Öfen und Schränken versteckte. Außer von ekstatischen Phänomenen wird bei ihr noch von > Television, himmlischem Gesang und > Prophetie berichtet. 1249 wurden ihre Gebeine erhoben. Ihr Fest wird am Festtag der hl. Christina von Bolsena, am 24. Juli, gefeiert. C. wird als Patronin der Sünder, gegen Infektionskrankheiten, Viehseuchen und in verzweifelten Situationen angerufen. Sie gilt auch als Patronin für einen guten Tod.

Lit: Vita Mariae Oigniacensis: BHL 5516 und Acta SS iun. 5, 549; Vita Christianae Mirabilis BHL 1746 und ActaSS iul 5, 650–660; King, M.: The Sacramental Witness of Christina mirabilis. Cistercian Studies Series 72 (1987), 145–164; Görres, Joseph von: Die christliche Mystik. Bd. 2. Regensburg: Verlagsanst. vorm. G. J. Manz, o.J.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3