Chridiglade

Chridiglade, auch Kridigladi, Kridengladi, eine aus Stroh und Federn gefertigte Schreckgestalt (Popanz), die in Zürich am Hirsmontag (erster Montag in der Fastenzeit) mit einer sehr ähnlichen Gestalt, der seines Weibes Else, umgeführt wurde. Beide Figuren waren stehend auf einem liegenden Wagenrad befestigt, das des Öfteren gedreht wurde, sodass sich C. und Else im Kreis herumschwangen. Schließlich wurden die beiden Puppen getrennt zu verschiedenen Seiten der Stadt hinausgeführt und im See ertränkt. Es handelt sich dabei um einen Fruchtbarkeitsritus, wie er vielfach in der Fastenzeit in der Schweiz stattfand.

Lit.: Vernaleken, Theodor: Alpensagen. Salzburg: Pustet, 1938.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3