Chrétien de Troyes

Chrétien de Troyes (vor 1150; † um 1190), altfranzösischer Dichter.
Konkrete Lebensdaten sind nicht bekannt, außer dass er in seinem wohl ersten Roman, Erec et Enide, sich als aus Troyes stammend bezeichnet. Er schrieb im Dialekt der Champagne und hatte eine gute Bildung nach Art eines Klerikers.
C. ist der Begründer des höfischen Versromans und dessen wichtigster Vertreter in der französischen Literatur. Seine Werke, die nicht alle erhalten sind, umfassen abenteuerliche Erzählungen aus dem bretonischen Sagenkreis um König >
Artus und beeinflussten europaweit Literatur und Kunst. So dienten sie beispielsweise als Vorlage für die mittelhochdeutschen Epiker Hartmann von Aue und Wolfram von Eschenbach. Hauptthemen sind die höfische Liebe und die Entwicklung des vollkommenen Ritters. Im Parcevalroman (> Parceval) behandelte er als erster die > Gralslegende.

W. (Auswahl): Christian von Troyes sämtliche Werke / Bd. 4. Der Karrenritter (Lancelot) und das Wilhelmsleben (Guillaume d’Angleterre), 1899; Les romans de Chrétien de Troyes édités d’après la copie de Guiot. Paris: Champion, 1978; Erec et Enide (ca. 1170). Stuttgart: Reclam, 1987; Le Chevalier de la charette (ca. 1177–1181, dt.: Lancelot oder der Karrenritter); Yvain ou Le Chevalier au lion (ca. 1177–1181, dt.: Iwain oder der Löwenritter); Le Roman de Perceval ou Le Conte du Graal (1182–1191), nicht vollendet, dt.: Perceval oder die Erzählung vom Gral; siehe „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach.
Lit.: Hofer, Stefan: Chrétien de Troyes. Leben und Werke des altfranzösischen Epikers. Graz: Böhlau, 1954.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3