Chons

Chons (ägypt., „Durchwandler“), ägyptischer Mondgott, der den Himmel durchwandert. C. ist der Sohn des Sonnengottes > Amun und der Himmelsgöttin > Mut, mit denen er in Theben eine heilige Trias bildet. Er ist „Herr der Zeit“, der Königen und Menschen die Jahre zählt, Ratschläge erteilt und auch als Heilgott und Nothelfer angerufen wird. Und er ist Patron des nach ihm benannten neunten Monats Pachon im ägyptischen Kalender.
Dargestellt wird C. als junger Mann in mumienförmiger Gestalt mit geschlossenen Beinen, auf dem Kopf die Mondscheibe und die Mondsichel. Als Sohn des Götterpaares Amun und Mut steht er in Verbindung mit zwei anderen Göttersöhnen: > Schu, dem Himmelsträger, und dem Königsgott > Horus, von dem er die Symbole der Herrschaft, Krummstab und Geißel, übernimmt. In Anlehnung an den Falkengott Horus erhält er oft selbst einen Falkenkopf, wobei die > Mondscheibe über der Mondsichel zur Sonnenscheibe wird.
Als Mondgottheit wurde C. schon früh in Karnak verehrt und erscheint als solche auch in den Pyramidentexten. Als jugendlicher Sonnengott unter der Bezeichnung „Chons, das Kind“ wurde er zum Schutz gegen böse Tiere angerufen und auf Krokodilen stehend dargestellt. Als Amun Theben verließ, wurde C. mit ihm als sein Sohn verbunden. Später wurde er als „Gottheit, die die Geister des Bösen entfernt“ dargestellt, als Heilgott.

Lit.: Lurker, Manfred: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag, 2005; Bellinger, Gerhard J.: Knaurs Lexikon der Mythologie. München: Droemersche Verlagsanst. Th. Knaur Nachf. GmbH & Co.KG, 2005.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3