Chimú

Chimú, eine vor-inkaische Kultur, die sich in der Zeit um 1250 beim Niedergang des Reiches der Huari (Wari) im Norden Perus durchsetzte und im Jahre 1463 dann von Topa Inka Yupanqui († 1493) erobert wurde. Ihre Hauptstadt Chan-Chan soll bis zu 60.000 Einwohner beherbergt haben und war die größte Stadt Südamerikas.
Die Gesellschaft war streng hierarchisch gegliedert, mit einem Regenten an der Spitze, dessen Amt erblich war.
In der religiösen Tradition spielte der Kult der Meeresgottheit (Ni) eine wichtige Rolle. Für die agrarische Bevölkerung war hingegen die Mondgöttin (Si) von zentraler Bedeutung. Sie kontrollierte die Fruchtbarkeit der Nutzpflanzen wie jene der Menschen und Tiere und war außerdem für das Wetter verantwortlich. Zudem gab es Steingötter (Alecpong), die als Stammväter der Menschen verehrt wurden.

Lit.: Kutscher, Gerdt:  Chimu. Berlin: Mann, 1950; Peru, versunkene Kulturen. Leoben: Stadtgemeinde Leoben, 2000.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3