Chilam Balam

Chilam Balam (Maya-Sprache von Yucatan, „liegender Jaguar“), Bezeichnung für einen Wahrsagepriester des > Maya-Volkes und eine Reihe von Texten in Yukatekischer Sprache, die im 17./18. Jh. erstellt wurden. Sie enthalten mythologische Berichte über die Mayagruppen Itza und Tutul Xiu sowie viel alte Tradition (Prophezeiungen,  Ritualvorschriften), Zeichnungen und Berichte über geschichtliche Ereignisse aus der vorspanischen Epoche der Maya. Die wichtigste Vorhersage betrifft die Wiederkehr des > Kukulcan (Quetzalcóatl), die mit dem Eindringen der spanischen Eroberer als erfüllt betrachtet wurde.
Der Ursprung der auf mindestens 16 C. geschätzten Exemplare ist unbekannt. Von ihnen sind nur acht vorhanden. Die anderen gingen verloren oder werden von ihren Besitzern verborgen gehalten. Benannt sind sie nach dem Ort, an dem sie entdeckt wurden.

Lit.: El libro de Chilam Balam de Tizimín, Museo Nacional de Antropología, México City (Cod. 35-66) [Texto impreso]; Alvarez Lomelí, María Cristina: Textos coloniales del Libro de Chilam Balam de Chumayel y textos glíficos del Códice de Dresde. México: Universidad Nacional Autónoma, 1974; Paxton, Merideth: Chilam Balam, Books of, in The Oxford Encyclopedia of Mesoamerican cultures, hrsg. von Davíd Carrasco. Oxford: Oxford University Press, 2001.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3