Chih-tun

Chih-tun, auch Chih Tao-lin (314–366), einer der bedeutendsten Mönche des 4. Jh. und Begründer der Weisheits-(Prajña)Schule des chinesischen > Buddhismus. Seine besondere Bedeutung lag in der Einführung chinesischer Vorstellungen in das buddhistische Denken, was zu einer raschen Assimilierung des Buddhismus in China beitrug. So war er der Erste, der einen zentralen Begriff der chinesischen Philosophie, > Li, eine Grundvorstellung für die kosmische Ordnung und die Ordnung der Gesellschaft neu interpretierte: als die Höchste Wahrheit, das Letzte Prinzip, die Soheit (Tathata). Diese Bedeutung wurde dann von anderen buddhistischen Schulen (> Hua-yen-Schule) aufgegriffen. C. zollte auch dem Chuang-tzu seine Aufmerksamkeit und war in neotaoistischen Kreisen gern gesehen.

Lit.: Ehrhard, Franz-Karl: Das Lexikon des Buddhismus. Bern u.a.: O. W. Barth, 1992.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3