Chih-i

Chih-i, auch Chih-che (jap. Chisha, 538–597), chinesischer Buddhist und Begründer der T’ien-T’ai (jap. Tendai oder Lotus)-Schule des chinesischen > Buddhismus, als dessen vierter Patriarch er gilt.
C. erstellte erstmals in der Geschichte des chinesischen Buddhismus eine vollständige, kritische und systematische Klassifizierung der buddhistischen Lehre, um die vielfältigen und einander teilweise widersprechenden Lehren der indischen buddhistischen Schulen und Schriften in vier Gruppen und acht Lehren zu gliedern. Nach C. enthält das > Avatanshaka Sutra die Essenz von > Buddhas Erleuchtung.
In Bezug auf die buddhistische Praxis entwickelte er bei seinen umfangreichen Studien (15 vollständige Ausgaben der buddhistischen Schriften) die Übung des > Chih-kuan.
Seine wichtigsten Werke sind: Mo-ho chih-kuan, Liu-miao fa-men und T’ung-meng chih-kuan. In China zählen diese Schriften zu den meistgelesenen Werken über > Meditation.
Das > Lotus- und > Nirwana Sutra sind für C. nicht allein nur Schriften, sondern Führer zum Heil. Er verbindet die buddhistischen Schriften zu einer fortdauernden Offenbarung.

W. (Auswahl): Dhyana. München-Planegg: O.W. Barth, 1960; Die Kunst der Versenkung. Bern: Barth, 1975.
Lit.: Hurvitz, Leon: Chih-i (538–597): an introduction to the life and ideas of a Chinese Buddhist monk. Bruxelles: Institut belge des hautes écoles chinoises, 1980.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3