Chicomecoatl

Chicomecoatl (indian., „Sieben Schlangen“), Mais- und Fruchtbarkeitsgöttin der > Azteken. Zu ihrer Ehre wurde zur Zeit der Maisreife das elfte der 18 Monatsfeste des Jahres als Erntefest gefeiert. Zur Sicherung einer reichen Ernte wurden jeweils am 24. Juni > Menschenopfer dargebracht. Im September wurde ein weiteres Mädchen, das die Maisgöttin darstellte, geopfert. Dabei wurde es geköpft, das Blut über die Skulptur der Göttin gegossen und der Leichnam gehäutet; die Haut zog sich ein Priester über. Im gleichen Monat wurden C. geweihte Schreine in den Häusern mit Maispflanzen geschmückt und Maiskörner im Tempel gesegnet.
Zu ihren Attributen gehören ein Maiskolbenpaar und ein Rasselstab.

Lit.: Vaillant, George C.: Die Azteken. Köln: Dumont Schauber, 1957.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3