Chepre

Chepre (ägypt., „der [von selbst] Entstandene“), > Skarabäus als Urgott. C. ist nach den Ägyptern von selbst, ohne gezeugt zu sein, aus der Erde hervorgegangen und wurde sehr bald dem > Atum untergeordnet, hatte daher auch nie einen selbständigen Kult. Die Verschmelzung des Atum mit > Re wirkte sich auch auf C. aus. C. wird zum Sonnengott, und zwar zum Gott der aufgehenden Sonne. Das Neuwerden der Sonne bereitet sich in der Unterwelt vor. Aus ihr steigt der Sonnengott neugeboren als C. empor, um das Sonnenschiff zu besteigen und am Schoß der Himmelsgöttin zu erscheinen.
Durch die Gleichsetzung mit der Sonne wird C. als Urgott und Schöpfer der Götter zum Sohn der > Nut. Doch selbst als solcher bleibt er der sich selbst Zeugende.
C. ist auch mit der Auferstehungssymbolik verbunden, wie es im Totenbuch (8. Kap.) heißt: „zu Chepre werde ich, in den Urstoff tauchend; ich keime durch die Weltallkraft des Keimens“.
Dargestellt wird er als Käfer oder mit einem Käferkopf.

Lit.: Roeder, Günther: Urkunden zur Religion des Alten Ägypten. Jena: Diederichs, 1915; Ägyptisches Totenbuch. Bern: Barth, 1998; Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Berlin: Walter de Gruyter, 2000.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3