Chemiin

Chemiin, in der Mythologie südamerikanischer Völker, z.B. bei den Karaiben, der Geist, der Himmel und Erde erschaffen hat. Er steht über allem Zeitlichen, die bösen Taten der Menschen und alles Untergeordnete mit eingeschlossen, und erfreut sich an den guten Taten der Menschen und seiner eigenen Glückseligkeit. So gedenken die Karaiben seiner nur im Herzen ohne irgendeinen Kult, da er keiner Opfer bedarf.
Den gleichen Namen führen die guten Geister, welche die Frauen nach ihrem Tod in den Himmel führen.

Lit.: Quandt, Christlieb: Nachricht von Suriname und seinen Einwohnern sonderlich den Arawacken, Warauen und Karaiben, von den nüzlichsten Gewächsen und Thieren des Landes, den Geschäften der dortigen Missionarien der Brüderunität und der Sprache der Arawacken. Leipzig: Verf., u. in Komm. bey P. G. Kummer (Druck: Gorlitz: J. G. Burghart), 1807; Kern, Gottfried:  Unter den Karaiben des Westindischen Meeres. Berlin: Verlagshaus f. Volkslit. u. Kunst, 1913.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3