Chemie

Chemie (griech. chymia oder ägypt. Kemi), Lehre vom Aufbau, Verhalten und von den Gesetzmäßigkeiten von Stoffen.
Es ist möglich, dass der Name „Chemie“ vom Namen >
Ägyptens selbst, nämlich „Kemi“, herrührt. Jedenfalls entstand die C. als Wissenschaft in Alexandria, wo die empirischen Kenntnisse auf diesem Gebiet sehr entwickelt waren. Die Metallurgie eröffnete den Ägyptern zudem Kenntnisse über die Mischung von Metallen, wobei sie allerdings vorwiegend Erfindungen asiatischer Völker aufgriffen. In an den Tempeln angegliederten Labors wurden durch abenteuerlichste Mischungen Kosmetika und Parfüms hergestellt. Die > Mumifizierung erforderte vom Balsamierer die Kenntnis mineralischer oder pflanzlicher Öle, tierischer Fette und Harze, um eine perfekte Konservierung des Körpers zu erreichen. Zudem haben die ägyptischen Arzneibücher zu einer besseren Kenntnis der Pflanzen und Mischungseffekte beigetragen.
Dazu kamen die theoretischen und philosophischen Lehren der Griechen.
Mit dem Eintritt der Araber in die Geschichte im 7. Jh. gelangte die > Alchemie, wie die C. meist genannt wurde, als eine Zusammenfassung mystisch-religiöser und technischer Kenntnisse sowie naturphilosophischer Lehren auch nach Europa. Durch rationales Schlussfolgern aufgrund von Beobachtungen und Experimenten der Alchemie entstand dann im 17. und 18. Jh. allmählich die C. in ihrer heutigen Form als exakte Naturwissenschaft unter Verlust der geistigen Zusammenhänge und übergreifenden Deutungen, wie sie in der Chymia perennis zum Ausdruck kommt und in der Naturphilosophie und Esoterik weiterhin gepflegt wird.

Lit.: Meissner, W. Walter: Chymia perennis: eine ganzheitliche Betrachtung naturphilosophischer Prägung des stetig-ständigen Kreislaufes einer „immerwährenden Chemie“. Bielefeld-Bethel: Deutscher Heimat-Verlag, 1954; Schwedt, Georg: Chemie zwischen Magie und Wissenschaft: Ex Bibliotheca Chymica 1500–1800. Weinheim: VCH Acta humaniora, 1991; Gmelin, Johann F.: Geschichte der Chemie. Bremen: Salzwasser-Verlag in Europäischer Hochschulverlag, 2009f.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3