Cheltenham-Geist

Cheltenham-Geist, außergewöhnlicher Spukfall.
1882 übersiedelte der Hauptmann Despart mit seiner Frau und den sechs Kindern in ein Haus in Cheltenham, Gloucestershire, England. Das Haus wurde 1860 erbaut und von Henry Swindhoe erworben, dessen Frau 1866 starb. Er heiratete daraufhin Imogen Hutchins, die den Schmuck seiner verstorbenen Frau verlangte, den er ihr jedoch nicht aushändigte, sondern in einem verschlossenen Tresorraum aufbewahrte. Imogen verließ ihn noch vor seinem Tod 1876.
1882 nahm die 19-jährige Medizinstudentin Rose Despard, Tochter von Hauptmann Despard, die Erscheinung einer hochgewachsenen, in Schwarz gekleideten Dame wahr, die sie für eine reale Person hielt. Diese ging die Stiege hinunter in den Garten und verschwand. An einem anderen Tag wurde sie von zwei Schwestern von Rose ebenfalls im Garten gesehen. Die häufigsten Erscheinungen erfolgten zwischen 1884 und 1886.
Die übrigen Familienmitglieder konnten das Phantom nicht sehen, hörten aber die Schritte; selbst der Hund reagierte auf seine Anwesenheit, nicht so die Katze. Versuche, das Phantom festzuhalten, schlugen fehl. Im Laufe der weiteren Jahre erschien die Gestalt mindestens sieben Personen. 1893 verließen die Despards das Haus, das dann leer stand, bis es 1898 in  eine Knabenschule, 1901 in ein Nonnenkloster und zwei Jahre später in ein Wohnhaus umgewandelt wurde.
1894 nahm sich der Mitbegründer der > Society for Psychical Research, F.W.H. > Myers, des Falles an. Später befasste sich auch der Geisterforscher Andrew MacKenzie damit. Ihm zufolge gaben bis 1961 bis zu 17 Personen an, die geheimnisvolle Dame unter den verschiedensten Umständen gesehen zu haben, auch bei Tageslicht. Man hält die Gestalt für den > Geist der unglücklich verheirateten Imogen Hutchins, die 1878 starb.

Lit.: Bayless, Raymond: Animal Ghosts. New York: University Books, 1970; Guiley, Rosemary: The Encyclopedia of Ghosts and Spirits. New York: Facts on File Inc., 1992.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3