Chelidonius

Chelidonius (griech., „Schwalbenstein“), Konkrement in den inneren Hohlorganen von Vögeln, insbesondere der > Schwalben, daher der Name.
In der Volksmedizin wurden diese Steine bei Epilepsie, Melancholie und unregelmäßiger Periode als Heilmittel verwendet. In einem gelben Leinenbeutel um den Hals gebunden, sollte der C. gegen Fieber helfen.
Gewonnen wurde der Stein, indem man eine ganz junge Schwalbe aus dem Nest nahm, ihr den Bauch aufschnitt und in der Leber den Stein suchte. Eine andere Form bestand darin, dass man nach C. in einem Nest suchte, in dem Schwalben sieben Jahre hindurch gebrütet hatten. Je nachdem ob der Stein rot oder dunkel war, wurden ihm verschiedene Wirkungen zugesprochen. Der rote C. galt als Heilmittel gegen Siechtum, Mondsucht, Wahnsinn sowie Epilepsie und sollte als >
Amulett getragen werden. Der schwarze sollte gegen Fieber, schädliche Säfte und Fallsucht helfen.
Dem C. wurde aber auch noch eine Reihe weiterer Wirkungen nachgesagt, so vor allem bei Augenleiden, da schon > Aristoteles die Schwalbe als das scharfsinnigste Tier bezeichnet hat.

Lit.: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd. 7. Berlin: Walter de Gruyter, 1987; Heyl, Johann Adolf: Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol. Bozen: Verl.-Anst. Athesia, 1989.
 


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3