Chaucer, Geoffrey

Chaucer, Geoffrey (* um 1343 London; † wahrscheinlich 25.10.1400 ebd.), englischer Schriftsteller und Dichter.
C. schrieb in der Volkssprache und erhob so das Mittelenglische zur Literatursprache. Er kannte sich in den mittelalterlichen Wissenschaften aus und modifizierte als „gelehrter Dichter“ (poeta doctus) das Überlieferte auf seine Weise. Berühmt wurde er als Verfasser der Canterbury Tales, einer bunten Sammlung von Geschichten, die im Rahmen einer Pilgerfahrt nach Canterbury zusammengefasst wurden und als eine symbolische Darstellung des Strebens nach dem Heil verstanden werden kann. Wir finden bei ihm auch das alte Motiv des „Lustorts“ (locus amoenus) als irdisches Paradies und das Symbol der > Himmelsleiter. In der Fabel vom Hahn, der Henne und dem Fuchs schreibt er über das Wesen der > Träume, über das > Schicksal, die > Vorsehung und den freien Willen.
Sein Werk ist zwar stark von antiken, französischen und italienischen Vorbildern geprägt, enthält aber auch metrische, stilistische und inhaltliche Neuerungen, die ihn zum Begründer der modernen englischen Literatur machten.

W. (Auswahl): The Riverside Chaucer. Oxford: Oxford Univ. Press, 1988; Die Canterbury-Erzählungen, 3 Bde. München: Goldmann, 2000; Troilus und Criseyde. Frankfurt a. M.: Insel, 2000; The Nun's Priest's Tale on CD-ROM. Leicester: Scholarly Digital Editions, 2006.

  


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3