Charybdis

Charybdis (griech.), Meeresungeheuer der Griechen, Tochter des > Neptun und der > Erde.
Der Mythos schildert C. als gefährliches Weib, das dem > Herkules Kinder raubte und deshalb vom Blitzschlag > Jupiters ins Meer geschleudert wurde, wo sie weiterhin ihr Unwesen trieb. Sie wohnte auf einem Felsen unter einem überhängenden Feigenbaum unweit der bellenden > Skylla und drohte als Verkörperung eines gefährlichen und alles verschlingenden Meeresstrudels den Vorbeifahrenden mit Tod und Verderben. Zur Stillung ihres Hungers fraß sie ganze Schiffe samt Inhalt. Von dem Strudel erzählt Homer in der Odyssee: ein Meeresstrudel, der dreimal am Tag Wasser einsog und es mit lautem Gebrüll wieder ausspie. Dabei schlürfte C. alles ein, was in die Nähe kam. Beim Ausspeien wurden dann oft Schiffe der Skylla zugeschleudert. Daher das lateinische Sprichwort: Incidit in Scyllam cupiens vitare Charybdiu  (es gerät zur Scylla, wer die Charybdis vermeiden will). Beide bildeten für die Seefahrer eine beinahe unüberwindbare Gefahr, der selbst Odysseus nur mit Mühe entging. Den Ort dieser Gefahr sah man bereits im Altertum in der Meerenge von Messina.

Lit.: Homers Odyssee. Freiburg: Rombach, 2010.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3